2.5. 1647 bis 1714

1647. Roma werden von der Regentschaft Ludwig XIV. bestraft, weil sie “Böhmer” sind. Als Bestrafung drohen die Galeeren.



1652. Matiasz Korolewicz wird von der Königlichen Polnischen Kanzlei der Titel “König der Zigeuner” zugesprochen.



1650s. Letzte bekannte Exekution von Zigeunern in Suffolk, England. Andere werden nach Amerika verbannt.



1660. Roma wird durch Ludwig XIV. der Aufenthalt in Frankreich untersagt. Die Strafe lautet Verbannung. Ein zweites Vergehen wird durch körperliche Züchtigung oder Galeerenhaft geahndet.



1660-1800. Die Identität der englischen Zigeunergruppe Romanichal hat sich etabliert. Sie überleben durch Arbeit für lokale Anwohner, die sie kennen.



1661. Johann Georg II., Kurfürst von Sachsen, verhängt die Todesstrafe über jeden Roma, der auf seinem Territorium gefasst wird.



1666. Ludwig XIV. von Frankreich bestraft Männer als “Böhmer” mit Galeerenhaft. Frauen und Mädchen werden ausgepeitscht, gebrandmarkt und verbannt.



1682. Ludwig XIV. wiederholt seine Politik zur Bestrafung von „Böhmern“. Männer werden beim ersten Vergehen zu Galeerenhaft auf Lebenszeit verurteilt. Frauen wird der Kopf geschoren und Kinder kommen ins Armenhaus. Bei einem zweiten Vergehen werden Frauen gebrandmarkt und verbannt.



1685. Portugal deportiert Roma nach Brasilien und macht es zu einem Verbrechen, Romani zu sprechen.



1686. Frederick Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, verfügt, dass Roma weder Handel noch Unterkunft gestattet werden darf.

In der Einstellung der schwedischen Lutheranischen Kirche kommt es zu einer plötzlichen und radikalen Änderung: Roma werden nun akzeptiert und ihre Kinder können getauft werden.



1700-16 und 1720-22. In Lorraine werden Roma für Betteln und Vagabundieren im Allgemeinen bestraft. Die Strafe lautet Verbannung. Ein zweites Vergehen wird mit Eisenketten, Brandmarkung und Verbannung geahndet.



1710. In Prag erlässt Joseph I. ein Edikt, laut dem alle erwachsenen Roma Männer ohne Prozess gehängt und alle Jungen und Frauen verstümmelt werden sollen. In Böhmen soll das linke Ohr abgeschnitten werden. In Moravia das rechte. Unterbringung oder jede andere Hilfe für Roma wird mit bis zu sechs Monaten Zwangsarbeit bestraft.

Prinz Adolf Frederick von Mecklenburg-Strelitz erlässt einen Befehl, dass alle Roma ausgepeitscht, gebrandmarkt, ausgestoßen oder exekutiert werden können, falls sie zurückkehren. Kinder unter zehn Jahren sollen von ihren Eltern entfernt und durch christliche Familien erzogen werden.



1711. Kurfürst Frederick Augustus I. von Sachsen autorisiert die Erschießung von Roma, wenn sie sich ihrer Verhaftung widersetzen.



1711-1772. Cinka Panna ist einer der populärsten Musiker in der Slowakei und Osteuropa. Sie ist eine meisterhafte Violinistin und geht mit ihrem eigenen Romani Ensemble auf Tour.



1714. Britische Kaufleute und Pflanzer beantragen beim britischen Staatsrat die Verschiffung von Zigeunern in die Karibik und geben offen zu, dass diese als Sklaven eingesetzt werden sollen.

In Mainz sollen alle Roma ohne Prozess hingerichtet werden mit der Begründung, dass ihre Lebensart für gesetzlos erklärt wurde. Romani Musikgruppen bereisen den Österreich-ungarischen Hof Esterháza. Sie spielen verbunkos und begleiten den Tanz von Soldaten, um bei den Rekrutierungsmaßnahmen für die Militäroperationen von Nicolas dem Prächtigen zu helfen.

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