2.5. 1562 bis 1647

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1562. In England wird ein Gesetz verabschiedet für “die weitere Bestrafung von Vagabunden, die sich selbst als Ägypter (Egypts = gypsies) bezeichnen.” Alle in England oder Wales geborenen Zigeuner werden nicht zum Verlassen des Landes gedrängt, wenn sie ihren müßigen und gottlosen Lebenswandel und Umgang beenden. Alle anderen sollen den Tod erleiden und all ihr Land und Gut verlieren.



1563. Der Rat von Trent in Rom bestätigt, dass Roma keine Priester werden können.



1568. Papst Pius V. befiehlt die Vertreibung aller Roma vom Gebiet der römisch-katholischen Kirche.



1573. In Schottland wird Zigeunern befohlen, entweder fest anzusiedeln oder das Land zu verlassen.



1578. Im Warschauer Generalparlament (dem Seym) verkündet König Stephan Báthory ein Edikt, das all jenen Sanktionen androht, die auf ihrem Land Roma beherbergen. Sie werden als Komplizen von Gesetzeslosen bestraft.



1579. Augustus, Kurfürst von Sachsen, befiehlt die Konfiszierung von Roma Pässen und verbannt sie aus Sachsen.

Zigeuner tauchen in den amtlichen Aufzeichnungen von Wales auf.

In Portugal wird das Tragen von Roma Kleidung verboten.



1580. Zigeuner tauchen in den amtlichen Aufzeichnungen auf dem finnischen Festland auf.



1586. Nomadische Roma werden aus Weißrussland ausgewiesen.



1589. In Dänemark wird für jeden Roma, der das Land nicht verlässt, die Todesstrafe verhängt.



1595. Stefan Razvan, der Sohn eines Roma-Sklaven und einer freien Frau, wird Herrscher von Moldawien im April. Vier Monate später wird er abgesetzt und im Dezember des selben Jahres ermordet.



1596. In der englischen Grafschaft York werden 106 Männer und Frauen zum Tode verurteilt, nur weil sie Roma sind. Es werden jedoch nur neun hingerichtet. Die anderen können beweisen, dass sie in England geboren wurden.

Frühes 17. Jahrhundert. Die spanische Gesetzgebung wird härter und verbietet Gitanos das Handeln mit Pferden. Der örtlichen Bevölkerung wird die Formierung bewaffneter Gruppen zu Verfolgung der Gitanos gestattet.



1606. Heinrich IV. von Frankreich verbietet Roma die Versammlung von mehr als drei oder vier Personen. Roma werden als „Vagabunden und Bösewichte“ bestraft.



1611. Die spanische Gesetzgebung befiehlt, dass alle Gitano Besitztümer mit dem Land verbunden sein müssen.



1619. Philip III. erklärt, dass alle Gitanos innerhalb von sechs Monaten aus dem Königreich Spanien verbannt werden sollen, oder sich in einer Ortschaft mit mehr als 1000 Einwohnern ansiedeln müssen. Die Kleidung, Sprache und Name der Gitanos wird verboten. Als Bestrafung droht der Tod.



1637. In Schweden wird das erste Anti-Zigeuner-Gesetz angewendet. Alle Roma sollen innerhalb eines Jahres des Landes verwiesen werden. Falls irgendwelche Roma nach diesem Datum in Schweden gefunden werden, sollen die Männer aufgehängt und die Frauen und Kinder aus dem Land getrieben werden.



1646. Eine Verordnung in Berne gibt jedermann das Recht, Roma oder heidnische Untäter “persönlich mit bastinado oder Feuerwaffe zu töten oder liquidieren“.

1647. Roma werden von der Regentschaft Ludwig XIV. bestraft, weil sie “Böhmer” sind. Als Bestrafung drohen die Galeeren.